Op-art & Neuro

Optische Täuschungen sind in fast allen Teilbereichen des menschlichen Sehens möglich. Sie beruhen auf der Tatsache, dass die Wahrnehmung subjektiv ist und vom Gehirn beeinflusst wird. Es verbindet die Eindrücke, die das Auge liefert mit im Cortex gespeicherten Erfahrungen über die Außenwelt. Werden keine ‚brauchbaren‘ Vergleichswerte gefunden, kommt es zu Fehlinterpretationen und den für uns so verblüffenden Effekten. So lässt sich beispielsweise unsere Farbwahrnehmung überlisten, Bewegungs- oder Tiefenillusion erzeugen und vieles mehr.

Optische Täuschungen sind die Kehrseite beeindruckender Fähigkeiten des Sehsystems.

Auch Wissenschaftler nutzen sie, um Sehleistungen genauer zu verstehen und damit zum Beispiel bessere Videokameras oder Mikroskope zu entwickeln. Künstler bedienen sich seit langer Zeit solcher Täuschungen. Bereits im 19. Jahrhundert wurden sie entdeckt. Der niederländische Maler M.C. Escher nutzte beispielsweise die damaligen Erkenntnisse für seine Darstellung unmöglicher Figuren.
Auch Künstler der Magie wie David Copperfield oder Hans Klok verstehen auf geniale Art und Weise, ihr Publikum zu täuschen. Basierend auf der neurowissenschaftlich genannten Veränderungs-, bzw. Unaufmerksamkeitsblindheit inszenieren sie vor den Augen der Zuschauer fulminante Tricks, die den Eindruck von Zauberei entstehen lassen. Möglich wird dies durch die Trägheit des Auges. Wird diese geschickt genutzt und die Aufmerksamkeit des Zuschauers im richtigen Moment in eine andere Richtung gelenkt, entgehen der Wahrnehmung Geschehnisse, die sich eigentlich gut sichtbar abspielen. So unterliegt das Publikum einer optischen Täuschung.

Als ich im Laufe meiner künstlerischen Entwicklung die Op-Art für mich entdeckte, fand ich diesen Bereich von Anfang an besonders spannend. Ich wusste einfach; das ist Meins!

Er weckte frühe Erinnerungen an die erste Begegnung mit einem Vasarely-Bild im Elternhaus. Schon damals wollte ich ganz genau wissen, wie funktioniert der Effekt ‚optische Täuschung‘ überhaupt? Antworten darauf fand ich als Künstlerin in den Neurowissenschaften, und war damit erst recht ‚Feuer und Flamme‘. In Verbindung mit Neuroästhetik erschloss sich hier eine für mich ideale interdisziplinäre Ressource, denn auf direkte ‚Art‘ lassen sich in der Op-Art Kunst und Wissenschaft verbinden und nutzen.
Es ist für mich als Künstlerin faszinierend, Bilder zu schaffen, die das komplexe und vollkommene Organ ‚Gehirn‘ austricksen, und damit eine kleine Herausforderung für jeden Betrachter zu schaffen, der die Geduld hat, sich dieser ’Art‘ zu stellen. Optische Täuschungen sind für unser Gehirn ein echtes Dilemma. Sie verstoßen gegen jede Regel menschlicher Wahrnehmung. Genau dadurch können wir erkennen, wie die menschliche visuelle Wahrnehmung funktioniert.

Bewegungsillusionen
… nicht zu fassen!
Die Fähigkeit zur Bewegungsillusion ist ein Trick des Gehirns, um einen größeren Zusammenhang herzustellen. Die Wissenschaft konnte dieses Wahrnehmungsphänomen, das sich auf vielfältige Weise zeigt, bislang nicht in allen Varianten erklären. Zumeist basieren Bewegungsillusionen auf dem peripheren Sehen. D.h., die vermeintliche Bewegung findet im äußeren Blickfeld statt, genau in den Bereichen also, die gerade nicht im Fokus des Betrachters liegen, und damit nur unscharf wahrgenommen werden. Versucht man sie zu erfassen, verschwinden sie.
Dass statische Bilder Bewegungsillusionen erzeugen können, ohne dass man sie dazu bewegt, ergibt sich in der Regel durch wiederholte Muster, die unterschiedlich starke Kontraste und Helligkeiten aufweisen. Man nennt das Simultankontrast. Wie auch der Flimmer- und Sukzessivkontrast, ist der Simultankontrast eine Farbempfindung des Betrachters, die nicht real vorhanden ist.  Er beschreibt die Wechselwirkung nebeneinander liegender Farbflächen, die entweder in Form einer Minderung oder Steigerung des tatsächlich vorhandenen Kontrastes geschieht.  So entstehen u.a. auch Flimmereffekte und die meisten Varianten des Hermann-Gitters.
Ein weiteres Phänomen ist der Wasserfalleffekt: Dabei entsteht eine Anpassung des Auges an Bewegungen. Fixiert man längere Zeit einen sich bewegenden Gegenstand, ohne der Bewegung zu folgen, entsteht beim anschließenden Blick auf ruhende Bereiche ein Nachbild, das sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt.
Neurowissenschaftler waren bislang davon ausgegangen, dass die Illusion der Bewegung nur als Vorstellung des Betrachters entsteht, bzw. durch eine höhere Gehirnaktivität in dem Bereich des Gehirns, der für die Vorstellungskraft zuständig ist. Aber inzwischen gibt es eine weitere Erklärung zu den Ursachen, die von einem Team Neurowissenschaftler der Ritsumeikan Universität in Kyoto kommt. Sie konnten erstmalig beweisen, dass das Gehirn beim Anblick von Grafiken, die Bewegung vortäuschen, tatsächlich eine Bewegung wahrnimmt. Die dazu veröffentlichte Studie belegt anhand von Messungen der Gehirnströme an Versuchspersonen, dass die optische Täuschung Neuronen in dem Teil des Gehirns aktiviert, der tatsächliche, physische Bewegungen wahrnimmt und verarbeitet.

 

Räumliches Sehen
3D ist eines der wichtigsten Wahrnehmungs-Phänomene. Ohne die Fähigkeit zum räumlichen Sehen würden wir uns in unserer dreidimensionalen Umgebung nur schwer zurechtfinden. Raumwahrnehmung ist die kinästhetische, akustische und visuelle Erfahrung, bzw. Konstruktion von Raum. Wir verdanken sie unserem Gehirn. Die Wissenschaft hat viele Erkenntnisse darüber gewonnen, welche Faktoren die visuelle Wahrnehmung von Räumlichkeit ermöglichen.Unsere ‚grauen Zellen‘ leisten ganz Erstaunliches um von der Netzhaut gelieferte, zweidimensionale Informationen zu einem dreidimensionalen Objekt zusammenzufügen.Räumliche Wahrnehmung bedeutet nicht nur das Erleben der Tiefenwahrnehmung, sondern auch die Fähigkeit zur Entfernungs- oder Distanzwahrnehmung.  Die Informationen, die wir dem visuellen Reiz selbst entnehmen, verlangen dazu eine ‚erkennungsdienstliche‘ Bearbeitung im Gehirn. Die Grundlage dazu bildet das menschliche Sehsystem. Unsere Augen nehmen den visuellen Reiz auf. Da sie ca. 6-7 cm auseinanderstehen, kommt in jedem Auge ein anderes Bild zustande, das minimal unterschiedliche Details enthält. Auf diesen unterschiedlichen Blickwinkeln (binokulares Sehen) basiert unsere Fähigkeit räumliche Tiefe erfassen zu können. Alle eingehenden visuellen Informationen landen zunächst auf der Netzhaut; und dort beginnt die neuronale Verarbeitung. Beide Bilder werden in Form elektronischer Nervenimpulse gleichzeitig an die Sehrinde (auch: visueller Cortex) weitergeleitet, einem Teil der Großhirnrinde. Diese wiederum ist der Teil des Großhirns, in dem u.a. bewusste Vorgänge, planvolles Handeln, kognitive Prozesse und willkürliche Ausführung von Bewegungen verarbeitet werden, und das nun für die schwierige Aufgabe zuständig ist, aus dieser zweidimensionalen Projektion auf die dreidimensionale Realität rückzuschließen. Blitzschnell werden die zu verarbeitenden Impulse dazu mit bereits im Gehirn gespeicherten Informationen verglichen. Unvollständige Sinneseindrücke ergänzt das Gehirn aus der Erfahrung. Je mehr Informationen bereits verfügbar sind, desto präziser funktioniert die daraus resultierende räumliche Wahrnehmung.
Aber darüber hinaus sind wir auch in der Lage, „Räumlichkeit“ dort wahrzunehmen, wo sie objektiv nicht existiert, nämlich auf Abbildungen, Photografien oder Monitor. Dazu bedienen wir uns der monokularen Raumwahrnehmung, die im Gegensatz zur binokularen auch mit einem Auge möglich ist. Monokulare Tiefenkriterien sind z.B. lineare Perspektiven, Licht und Schatten, perspektivische Unschärfe, vertraute Größen, Verdeckung oder überlappen von Objekten, Relation zum Horizont. Diese Form der Raumwahrnehmung wird auch für weit entfernte Objekte genutzt. Von Malern werden monokulare Hinweisreize genutzt, um eine räumliche Wirkung zu erzielen.

 

Flimmer-Kontrast
Das vermeintliche Flimmern in manchen Bildern ist eine Reaktion unserer Sehorgane auf die darin verwendeten Farben und ihre Strahlungsintensität. Der dadurch entstehende Simultankontrast, ergibt sich durch die Wechselwirkung nebeneinanderliegender Farbflächen. Der stärkste Effekt lässt sich mit Rot-Grün-Kontrasten gleicher Helligkeit erzeugen; diese Farben haben die gleiche Helligkeit. Verstärkt wird ein Flimmerkontrast noch durch feine Strukturen wie dünnen Linien, eng bei einander liegenden Flächen etc. Treffen zwei deutlich unterschiedliche Farben gleicher oder ähnlicher Helligkeit aufeinander konkurrieren die Farben stark miteinander, da sie in ihrer Leuchtkraft gleichwertig sind. Dadurch wird an den Grenzkanten Flimmern, oder Vibrieren wahrgenommen, je reiner die Farben und ähnlicher die jeweiligen Helligkeits-, bzw. Dunkelstufen sind, desto stärker die Wirkung.  Aber auch eine Kombination bunter und unbunter Farben gleicher Helligkeits- bzw. Dunkelstufe erzielt diese Wirkung.
Wie sieht es mit Farben bei extrem niedriger, bzw. extrem hoher Intensität des unbunten Lichts, also unter direktem, hellem Licht oder bei Dämmerlicht aus?  Bei einer sehr intensiven Lichteinstrahlung, etwa im Sommer unter wolkenlosem Himmel zur Mittagszeit entsteht ein Flimmern der Farben. Auch in der Dämmerung, bzw. bei geringer Beleuchtung, welche gerade noch ein Farbsehen erlaubt, ergeben sich Flimmerkontraste. D.h., geringe Unterschiede der Helligkeits- bzw. Dunkelstufe durch zu viel oder zu wenig Licht lösen ebenfalls die Flimmerwirkung aus.
Unsere Augen stehen nie völlig still, da die Sehzellen bei zu ausgedehnter Reizung ermüden und der Seheindruck dadurch verblasst. Daher verschwimmen Bilder vor unseren Augen, die wir zu lange fixieren. Bei relativ feinen Streifenmustern entsteht in der Wahrnehmung ein Wettstreit zwischen dem momentan auf der Netzhaut bestehenden Bild und den Nachbildern der direkt vorausgegangenen Netzhautbilder, die sich aufgrund der ständigen Augenbewegung, zwar geringfügig, aber wahrnehmbar, an anderer Stelle befinden. Der dauernde Wechsel von Schwarz-Weiß auf den gleichen Sehzellen vermittelt so den Eindruck der Bewegung. Auf diesem Wahrnehmungsvorgang beruht auch die flimmernde und vibrierende Wirkung paralleler Linien, durch deren Verlauf und An- und Abschwellen die Wirkung einer Scheinräumlichkeit erreicht wird.

 

Hermann-Gitter
…der springende Punkt
Der Physiologe Ludimar Hermann blätterte im Jahre 1870 im Physikbuch „Der Schall“ von John Tyndall. Dabei bemerkte er graue Flecken in den Zwischenräumen einer darin enthaltenen Abbildung. Kurz darauf stellte er das später nach ihm benannte ‚Hermann-Gitter‘ der Öffentlichkeit vor: „… eine Erscheinung simultanen Kontrastes“, wie er es selber nannte. Er hatte entdeckt, dass Gittermuster mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten optische Täuschungen verursachen. Der Betrachter glaubt, in den Schnittpunkten springende weiße oder graue Punkte zu sehen, die sich jedoch nicht fixieren lassen, sondern verschwinden, sobald der Blick auf einen Schnittpunkt konzentriert wird.
Bis vor wenigen Jahren wurde diese optische Täuschung als Hinweis auf Nachbarschaftswechselwirkungen in der Netzhaut interpretiert, und unter dem Begriff ‚laterale Hemmung‘ erklärt. Die laterale Hemmung verändert unser Hell-Dunkel-Empfinden und führt im Ergebnis zu einer Kontrastverstärkung, die uns hilft, Flächen besser voneinander trennen und schärfer sehen. Die Ursache liegt in den Kontrastverarbeitungsmechanismen unseres optischen Systems. Sie berücksichtigen ständig die Umgebung des fixierten Punktes und errechnen daraus Kontrastverstärkung oder Kontrastminderung. Dies bedeutet, ein wahrgenommener Kontrast ist immer subjektiv und entspricht i.d.R. nicht den objektiven Verhältnissen und wie hell oder dunkel wir eine Fläche empfinden, ist immer von ihrer Umgebung abhängig. Weiße Flächen in Nachbarschaft von schwarzen Flächen erscheinen uns „weißer“ als weiße Flächen ohne Nachbarschaft von dunklen Flächen. Ursächlich dafür sind unsere Sehsinneszellen, die so beschaffen sind, dass sie je nach Intensität des empfangenen Reizes (Lichteinfalls) eine gegenseitige Hemmung bewirken und dadurch Helligkeitsunterschiede benachbarter Flächen verstärken. So wird beispielsweise an der Grenzfläche zwischen Schwarz und Weiß tatsächlich Schwarz noch schwärzer und Weiß noch weißer wahrgenommen. Die sogenannten Mach-Streifen demonstrieren diesen Effekt sehr eindrucksvoll. Dabei handelt es sich um helle und dunkle Streifen an den Kontrastgrenzen einheitlich gefärbter Flächen. An den Kreuzungspunkten eines schwarz(Quadrate)-weißen(Straßen) Hermann-Gitters kann die Kontrastverstärkung somit nicht in demselben Maße stattfinden wie in den dazwischenliegenden Streifen, weil dort weniger Schwarz vorhanden ist. Durch die starken Kontraste der schwarzen Quadrate entsteht eine starke Hemmung der dazwischenliegenden ‚weiß-sehenden‘ Sinneszellen. Dadurch wird das eigentliche weiß abgeschwächt und erscheint dort dunkler, bzw. grau.
So weit so gut. Doch eine im Jahre 2004 vorgestellte neue Variante des Hermann-Gitters, machte die Wissenschaft neugierig, da es die bisher geltende Erklärung als zumindest unvollständig erscheinen ließ: Eine scheinbar belanglose Modifikation des Hermann-Gitters in Form einer leichten Welligkeit der Gitterlinien bringt die Helligkeitstäuschung zum Verschwinden. 2007 erschien dazu eine überzeugendere Erklärung auf der Basis eines künstlichen neuronalen Netzes, dem Helligkeitskonstanz „beigebracht“ worden war. Unter Helligkeitskonstanz versteht man die menschliche Fähigkeit, Helligkeitsunterschiede unabhängig von der jeweiligen Beleuchtung richtig zu deuten. Dadurch unterlag das künstliche Netz „von alleine“ einer Reihe optischer Täuschungen, so auch dem Hermann-Gitter.
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Abwandlungen des ursprünglichen Hermann-Gitters, die zum Teil ganz neue Wahrnehmungseffekte erzeugen, für die es noch keine Antworten gibt. So sind die Hermann-Gitter ein stetig neues und spannendes Phänomen.

 

Kippbilder / Perzeptuelle Mehrdeutigkeiten

Bilder, bei denen bewusst einander widersprechende Hinweisreize geschaffen wurden, erzeugen massive Probleme bei der räumlichen Orientierung. Darum sind so genannte Umspring- bzw. Kippbilder, auf faszinierende ‚Art‘ verwirrend. Unsere Wahrnehmung scheint während der Betrachtung zwischen zwei möglichen Alternativen hin und her zu kippen. Mal erscheint uns die eine, mal die andere Möglichkeit als die richtige. Beides zugleich geht nicht. Selbst mit dem stärksten Willen können wir den Wechsel der Wahrnehmung nicht verhindern, allenfalls zeitlich verzögern. Und so wird der Betrachter feststellen, dass es ihm niemals gelingen wird, den ‚Augenblick des Umspringens‘ zu erfassen, bzw. ‚einzufrieren‘, selbst wenn er weiß, wo sich der ‚Kasus Knackpunkt‘ befindet.Im Gehirn setzt sich immer nur ein Reiz oder eine Interpretation durch und unterdrückt alle anderen. Die Erklärung dafür lieferten Wissenschaftler der John Hopkins Universität. Linien und Formen des Bildes werden in der zuständigen Region des Gehirns (visueller Cortex) entweder dem Hintergrund oder aber dem Vordergrund zugeordnet. Damit gibt er eine Struktur für unsere Wahrnehmung vor, die ihre Hauptaufmerksamkeit immer nur einem der beiden Bereiche auf einmal widmen kann. Jeder Mensch weist dabei eine individuelle Wechselgeschwindigkeit auf, die weder von Alter noch Intelligenz beeinflusst oder gar verändert werden kann. Die Ursache dafür haben Wissenschaftler noch nicht herausgefunden.

 

Nachbilder – Sukzessivkontrast

Betrachten wir intensiv eine Farbfläche, nehmen wir nach Wegnahme dieses Sehreizes ein komplementäres Nachbild der zuerst gesehenen Farbfläche wahr. Die Form der Fläche bleibt dabei unverändert. Kontraste, die diese Sinnestäuschung erzeugen nennt man Sukzessivkontraste (sukzessiv = allmählich bzw. nach und nach.) Dabei handelt es sich um einen rein physiologischen Korrekturvorgang des menschlichen Auges, der Farbwirkungen und Farbphänomene erklärt:
Normalerweise sind unsere Augen immer in Bewegung. Diese kleinsten, sogenannten sakkadischen Bewegungen verhindern eine Überlastung der Sehzellen. Betrachten wir nun lange und intensiv eine Farbfläche, bedeutet dies für die Sehzellen eine unnatürliche Fixierung. Sie werden die Sehzellen länger und gleichmäßig gereizt und dadurch ‚erschöpft‘. Schauen wir nun auf eine weiße Fläche, sehen wir statt des realen, ein komplementäres Nachbild. Dies ergibt sich aus dem Weiß der betrachteten Fläche abzüglich der zuvor fixierten, ‚eingebrannten‘ Farbe. Das Nachbild ist besonders gut bei reinen, ungetrübten Farbtönen zu erkennen, aber auch bei getrübten, abgedunkelten oder aufgehellten Farbtönen stellen sich, wenn auch weniger ausgeprägt, der Sukzessivkontrast und damit das Nachbild, ein. Ein weiterer interessanter Effekt der Nachbilder ist dass die Größenkonstanz unabhängig vom Abstand zur Projektionsfläche unverändert bleibt. Dies beruht darauf, dass das eingebrannte Bild auf der Netzhaut eine feste Größe aufweist; blicken wir also auf eine weiter entfernte weiße Wand, erscheint das Bild vergrößert.
Auch der sogenannte Wasserfalleffekt erzeugt ein Nachbild. Dabei entsteht eine Anpassung des Auges an Bewegungen. Betrachtet man längere Zeit einen sich bewegenden Gegenstand, ohne der Bewegung zu folgen, entsteht beim anschließenden Blick auf ruhende Bereiche ein Nachbild, das sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt.

Unmögliche Objekte

Unsere Wahrnehmung ist stets bestrebt nach Möglichkeit in eine zweidimensionale Abbildung noch eine dritte Dimension hinein zu interpretieren. Daraus ergeben sich unmögliche Objekte. Diese Tendenz ist so stark, dass wir selbst bei Formen, die unserer Erfahrung nach physikalisch unmöglich sind, diese räumliche Betrachtungsweise nicht abstellen können. Die einzelnen Elemente unmöglicher Objekte ergeben für sich genommen auch durchaus einen Sinn, jedoch als Ganzes gesehen sind sie räumlich inkonsistent und paradox. Verdeckt man in solchen Fällen einmal einen Teil eines solchen Objektes, sehen wir ein reales räumliches Konstrukt.

HINWEIS
Institute of neuroesthetics
attached to the Wellcome Laboratory of Neurobiology (Vislab)
(Leiter: Prof. Semir Zeki) – at University College London
Auf der Homepage werden laufend einige meiner Op-Art-Bilder online präsentiert
http://neuroesthetics.org/galleries.php

Literatur- und Linkliste

  • Optical Illusions & Visual Phenomena  : Homepage von Prof. Michael Bach; Leiter der leitet der Sektion ‚Funktionelle Sehforschung / Elektrophysiologie‘ der Universitäts-Augenklinik Freiburg. Spezialist auf dem Gebiet der optischen Täuschungen.
  • Wenn Hände falsch fühlen : Manche Tastillusionen entstehen durch die gleichen Hirnmechanismen wie geometrische optische Täuschungen. – in: Die Welt im Kopf : Spektrum Verl.: Spektrum der Wissenschaft, Dossier 4/2005
  • SINNESTÄUSCHUNG : Techniken der Enttarnung : Nicht nur Menschen, auch Tiere fallen auf optische Täuschungen herein. – in: Intelligenzbestien : Spektrum Verl ., Gehirn & Geist, Dossier 2/2006
  • Illusionen des Sehens : Eine Reise in die Welt der visuellen Wahrnehmung: Thomas Ditzinger. Spektrum Verl., 2006. – ISBN: 9783827416957
  • Vilayanur S. Ramachandran, Diane Rogers-Ramachandran: Sehen ist Glaubenssache. – in: Spektrum d. Wissenschaft: Spektrum Verl. – Heft juli/2004
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Kontaktformular inaktiv

21/04/201621/04/2016
Aktuell gibt es ein Problem mit meinem Kontakformular. Ich hoffe, den Fehler in Kürze behoben zu haben. Bitte nehmen Sie bis dahin bei Bedarf Kontakt per E-Mail oder Telefon mit mir auf. Wahlweise können Sie auch die Kontaktformulare meiner Fotografie-Webseiten nutzen.Vielen Dank :-)

Anfrage für ein Buchcover

23/01/201623/01/2016
Juchheee!!! Ich liebe es, wenn sich im Mailfach eine schöne Überraschung in Sachen Kunst öffnet. Ich habe eine sehr erfreuliche Anfrage einer Autorin bekommen. Sie möchte gerne eines meiner Computerkunstbilder für die Covergestaltung eines Psychologiefachbuches nutzen. Es erscheint im Herbst. Und natürlich bin ich damit einverstanden!!!! Allerdings hat der Verlag das letzte Wort, Bleibt also abzuwarten, was daraus wird.

London I’m coming!

09/11/201509/11/2015
Einladung aus London, was für eine Überraschung am Montagmorgen! Eine Galerie im derzeit angesagtesten Viertel der Stadt möchte im nächsten Jahr meine Computerkunst ausstellen. Demnächst in meinem Blog mehr dazu. I'm so happy!!!

Neue Bildergalerie

04/10/201504/10/2015
Seit heute gibt es eine neue Bildergalerie mit dem Namen 'Konkrete Kunst'. Schauen Sie in mein Portfolio!

Webseite, die Dritte

06/09/201506/09/2015
Seit einigen Tagen ist sie online; meine dritte neue Webseite. Mein Fotoportfolio ist im Laufe der Zeit gewachsen. So entschied ich mich, zwei getrennte Homepages dazu ins Netz zu stellen. So gibt es jetzt eine Seite zur Architektur- und Reisefotografie und eine Seite zur Naturfotografie.  Haben Sie Interesse? Besuchen Sie mich dort.

Neue Hauptseite zum Higgs-Kunst-Projekt

06/09/201406/09/2014
Endlich habe ich das gemacht, was schon lange überfällig war. Mein Higgs-Kunst-Projekt hat eine Hauptseite bekommen. So ist keine Sucherei in meinem Blog mehr nötig. Schnell und einfach können Sie sich nun über entsprechende Beiträge und den Fortschritt des Projektes informieren. Auch mein Portfolio ist um eine Galerie reicher. Dort finden Sie alle HiggsKunst Bilder mit einem Klick.