Op-Art

Bei Op-art handelte es sich zunächst um eine Stilrichtung der Malerei, die ihren Ursprung ebenso wie die Computerkunst in den 50er Jahren hat.

Ziel der Künstler war, durch geometrisch abstrakte Form- und Farbmuster im Auge des Betrachters Bewegungs- und Flimmereffekte zu erzeugen. Ihre berühmtesten Vertreter sind Victor Vasarely* und Henryk Berlewi*. Bis heute ist strittig, wer von beiden als ‘Vater‘ der Op-art anzusehen ist. Der Begriff ‚Op-art‘ wurde, nach jetzigem Kenntnisstand, erstmalig in einem am 23. Oktober 1964 veröffentlichten Artikel der Londoner ‚Time‘ mit der Überschrift: „Op art: pictures that attack the eye“ verwandt Die eigentliche Zeit der Op-art begann, im Jahr 1961 in Zagreb, mit der Gründung der internationalen Künstlerbewegung ‚Neue Tendenzen‘, besser als ‚Nouvelles Tendances‘ bekannt. Sie verfolgte mit ihrer ersten Ausstellung das Ziel, junge, eher unbekannte Künstler zu präsentieren, die nach neuen Ausdrucksformen suchten. Damit begann 1961 die Ausstellungsreihe ‚Nova Tendencija‘, die erst 1973 endete. Die ‚Tendencija 1‘ zeigte 25 internationale Künstler experimenteller und avantgardistischer Strömungen, die sich der ‚visuellen Forschung‘ verschrieben, und mit der Einbeziehung von Wissenschaft und Technik kein Problem hatten.
1965, fand im New Yorker MoMA die von Kurator William C. Seitz* organisierte Ausstellung ‚The Responsive Eye‚ statt, die sich stark auf die ‚Nove Tendencije‘ bezog und eine enorme Aufmerksamkeit erhielt. Ein Ereignis, welches in Verbindung mit der ‚Tendencija 1‘ maßgeblich die Entstehung der Op-art beeinflusste. Beide Ausstellungen werden als Geburtsstunde der Op-art angesehen, und lösten einen internationalen Boom aus.

Interessanterweise kann am Beispiel der ‚Neuen Tendenzen‘ auch das Entstehen der Computerkunst verfolgt werden.

Chronologisch weisen beide Kunstrichtungen eine erstaunliche Parallelität auf. Angefangen von den Wurzeln in den fünfziger Jahren bis hin zu der Tatsache, dass beide im selben Zeitraum ihre neue Kunst der Öffentlichkeit präsentierten, um ebenso zeitgleich einen regelrechten Boom zu erleben. Der Umstand, dass damals in westlichen Ländern Künstler zeitgleich erstmalig mit Computergrafiksystemen arbeiteten, war unbestritten für die Zagreber Aktivitäten mehr als ein glücklicher Zufall, der ganz neue  künstlerische Aspekte eröffnete. Daher zeigen die ‚Neuen Tendenzen‘ in ihrer Entwicklung u.a., in welchem Zusammenhang Op-art und Computerkunst stehen, sich seit damals wechselseitig beeinflussen und miteinander weiterentwickeln.
Optische Kunst, bzw. optische Täuschungen sind für mich der reizvollste Bereich meiner künstlerischen Arbeit. Er bietet nicht nur  die für mich perfekte Option der Interaktion zwischen Kunst und Wissenschaft, sondern eignet sich  auch hervorragend zur Darstellung neurowissenschaftlicher  sowie wahrnehmungspsychologischer Erkenntnisse. Ich nenne diese Kunstform ‚Braintertainment-Art‘, und finde es faszinierend, als Künstlerin mit diesen Bildern die menschliche  Wahrnehmung herauszufordern und auszutricksen.

Meine Op-Art-Bilder widme ich meiner Mutter Resel Grawe, die in den 70er Jahren mit dem Kauf eines Vasarely-Bildes wahrscheinlich den Grundstein für mein heutiges Schaffen im Bereich Op-Art legte.

Dafür bin ich ihr heute noch sehr dankbar. Ich erinnere mich gut daran, wie wichtig es ihr war, unser Interesse an moderner Kunst zu wecken. Das ist ihr auf jeden Fall bei mir gelungen. Auch wenn ihr ein Kunstwerk einmal nicht gefiel, so war sie doch immer,  oder vielleicht gerade dann, besonders interessiert, es vorbehaltlos zu ergründen.  Dazu gehörte auch, mehr über den jeweiligen Künstler zu erfahren, oder im günstigsten Fall das direkte Gespräch mit ihm/ihr zu suchen. Eine wunderbare Art der Kunstbetrachtung hat sie mir so vorgelebt, die zudem getragen war von einer ansteckenden Begeisterung.  Nicht nur dafür liebe ich sie so sehr.
Das Vasarely-Bild, dass meine Mutter damals mit nach Hause brachte, war ein sogenanntes Kippbild; einer der berühmten Würfel. Sie erzählte mir dazu von dem Künstler Vasarely und der Besonderheit seiner Kunst. Wir staunten gemeinsam, über das, was dieses Bild vermochte, es war auf interessante Art und Weise verwirrend. Ich habe danach noch oft  davor gestanden und versucht, zu erfassen, wie der Kippeffekt funktioniert. Es hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass mich die Gedanken daran nie wirklich verlassen haben. Auch den Namen Vasarely habe ich nie vergessen.
Kein Wunder also, dass dieses Interesse im Laufe meiner Entwicklung als Künstlerin verstärkt zum Ausdruck kam.  Schön, dass ich heute Antworten auf die Fragen von damals finde, und nun weiß, wie der Kippeffekt und andere optische Täuschungen zustande kommen. Op-Art ist der Bereich in meinem künstlerischen Schaffen, der mir mittlerweile am Wichtigsten ist. An ganz neuen, bzw.  neuen Versionen bestehender optischer Täuschungen zu arbeiten, ist für mich die größte und schönste Herausforderung als Künstlerin.

*Henryk Berlewi: 1894-1967, polnischer Maler und Grafiker

*William C. Seitz: 1914-1974, amerikanischer Kunsthistoriker, Assistant Professor in Princeton und 1959-1965 Kurator am   Museum of Modern Art

*Victor Vasarely: 1906-1997, französischer Maler und Grafiker ungarischer Abstammung. Vasarely gilt weltweit als berühmtester Vertreter der Op-art

HINWEIS
(Leiter: Prof. Semir Zeki) – at University College London
Dort werden laufend einige meiner Op-Art-Bilder online präsentiert

Literatur- und Linkliste

  • Kunst und Computer – Begegnung zweier Welten : Pressetext der Kunsthalle Bremen vom 01.06.2006:Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979. Die Sammlungen Franke und weitere Stiftungen in der Kunsthalle Bremen. Herbert W. Franke zum 80. Geburtstag
  • Wulf Herzogenrath, Barbara Nierhoff-Wielke: Ex Machina ? Frühe Computergrafik bis 1979 : Die Sammlungen Franke und weitere Stiftungen in der Kunsthalle Bremen/Herbert W. Franke zum 80.Geburtstag. Katalog (zugleich Bestandskatalog) zur Ausstellung in der Kunsthalle Bremen vom 17. – 29.Juni 2007. – Deutscher Kunstverlag, 2007. – ISBN: 3422066896
  • Kunst als K hoch 8 : eine Korrektur / Essaytext v. Peter Weibel. – Einleitung der ausstellungsbegleitenden Broschüre „bit international. [Nove] tendencije – Computer und visuelle Forschung, Zagreb 1961–1973“, 2te veränd. Aufl., ZKM | Karlsruhe: 2007
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21/04/201621/04/2016
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23/01/201623/01/2016
Juchheee!!! Ich liebe es, wenn sich im Mailfach eine schöne Überraschung in Sachen Kunst öffnet. Ich habe eine sehr erfreuliche Anfrage einer Autorin bekommen. Sie möchte gerne eines meiner Computerkunstbilder für die Covergestaltung eines Psychologiefachbuches nutzen. Es erscheint im Herbst. Und natürlich bin ich damit einverstanden!!!! Allerdings hat der Verlag das letzte Wort, Bleibt also abzuwarten, was daraus wird.

London I’m coming!

09/11/201509/11/2015
Einladung aus London, was für eine Überraschung am Montagmorgen! Eine Galerie im derzeit angesagtesten Viertel der Stadt möchte im nächsten Jahr meine Computerkunst ausstellen. Demnächst in meinem Blog mehr dazu. I'm so happy!!!

Neue Bildergalerie

04/10/201504/10/2015
Seit heute gibt es eine neue Bildergalerie mit dem Namen 'Konkrete Kunst'. Schauen Sie in mein Portfolio!

Webseite, die Dritte

06/09/201506/09/2015
Seit einigen Tagen ist sie online; meine dritte neue Webseite. Mein Fotoportfolio ist im Laufe der Zeit gewachsen. So entschied ich mich, zwei getrennte Homepages dazu ins Netz zu stellen. So gibt es jetzt eine Seite zur Architektur- und Reisefotografie und eine Seite zur Naturfotografie.  Haben Sie Interesse? Besuchen Sie mich dort.

Neue Hauptseite zum Higgs-Kunst-Projekt

06/09/201406/09/2014
Endlich habe ich das gemacht, was schon lange überfällig war. Mein Higgs-Kunst-Projekt hat eine Hauptseite bekommen. So ist keine Sucherei in meinem Blog mehr nötig. Schnell und einfach können Sie sich nun über entsprechende Beiträge und den Fortschritt des Projektes informieren. Auch mein Portfolio ist um eine Galerie reicher. Dort finden Sie alle HiggsKunst Bilder mit einem Klick.