Op-Art & Neurowissenschaften
Braintertainment-Art
Optische Täuschungen sind in fast allen Teilbereichen des menschlichen Sehens möglich. Sie beruhen auf der Tatsache, dass unsere visuelle Wahrnehmung subjektiv ist und vom Gehirn beeinflusst wird.
Es verbindet die vom Auge gelieferten Informationen mit im Cortex gespeicherten Erfahrungen über die Außenwelt.
Unsere visuelle Wahrnehmng kann als Fähigkeit definiert werden, über die Augen empfangenene Informationen zu interpretieren. Das Ergebnis ist das was wir visuelle Wahrnehmung, Sehfähigkeit oder Sehen nennen.
Werden keine ‚brauchbaren‘ Vergleichswerte gefunden, kommt es zu Fehlinterpretationen und den für uns so verblüffenden Effekten. So lässt sich beispielsweise unsere Farbwahrnehmung überlisten, Bewegungs- oder Tiefenillusion erzeugen und vieles mehr.
Optische Täuschungen sind die Kehrseite beeindruckender Fähigkeiten des Sehsystems.
Auch Wissenschaftler nutzen Op-Art, um Sehleistungen genauer zu verstehen. Mit den daraius gewonnenen Erkenntnissen werden beispielsweise bessere Videokameras oder Mikroskope entwickelt.
Künstler bedienen sich seit langer Zeit solcher Täuschungen. Entdeckt wurden diese Effekte bereits im 19. Jahrhundert. Der niederländische Maler M.C. Escher nutzte beispielsweise die damaligen Erkenntnisse für seine Darstellung unmöglicher Figuren.
Auch Künstler der Magie wie David Copperfield oder Hans Klok verstehen auf geniale Art und Weise, ihr Publikum zu täuschen. Basierend auf der neurowissenschaftlich genannten Veränderungs-, bzw. Unaufmerksamkeitsblindheit inszenieren sie vor den Augen der Zuschauer fulminante Tricks, die den Eindruck von Zauberei entstehen lassen.
Möglich wird dies durch die Trägheit des Auges. Wird diese geschickt genutzt und die Aufmerksamkeit des Zuschauers im richtigen Moment in eine andere Richtung gelenkt, entgehen der Wahrnehmung Geschehnisse, die sich eigentlich gut sichtbar abspielen.
So unterliegt das Publikum einer optischen Täuschung. Als ich im Laufe meiner künstlerischen Entwicklung die Op-Art für mich entdeckte, war die Bedeutung sofort klar.
Das ist mein Ding!
Die Kunstform weckte frühe Erinnerungen an die erste und prägsame Begegnung mit einem Vasarely-Bild im Elternhaus. Meine Mutter brachte damals eine optische Täuschung in Form eines Kippbildes mit nach Hause.
Wie oft haben wir davor gestanden und versucht, den Effekt zu erfassen – vergeblich. Schon damals wollte ich ganz genau wissen, wie funktionieren optische Täuschungen eigentlich?
Antworten darauf fand ich als Künatlerin viele Jahre später in den Neurowissenschaften und war sofort fasziniert. In Verbindung mit Neuroästhetik erschloss sich hier eine für mich ideale interdisziplinäre Ressource.
Auf direkte ‚Art‘ lassen sich in der Op-Art Kunst und Wissenschaft verschmelzen und nutzen.
Für mich als Künstlerin ist es mehr als faszinierend Bilder zu schaffen, die das komplexe menschliche ‚Gehirn‘ austricksen.
Mit optischen Täuschungen entstehen Herausforderungen für jeden Betrachter, der die Geduld hat, sich dieser ’Art‘ zu stellen. Künstlerische Illusionen sind für unser Gehirn ein echtes Dilemma.
Sie verstoßen gegen jede Regel menschlicher Wahrnehmung. Genau dadurch können wir erfahren, wie unsere visuelle Wahrnehmung funktioniert. Auf den folgenden Seiten finden Sie verschiedene Illusionseffekte und interessantes Wissen dazu.
Wenn Sie also verstehen möchten, wie genau es mir möglich ist Ihr Gehirn in die Irre zu führen, lesen Sie in einigen Tagen weiter. Diese Beiträge sind gerade in Arbeit.
Literatur- und Linkliste
- *1 Gehirn und Magie : Zauberei trifft Hirnforschung. Anwen Roberts
- *2 Gehirn hält optische Täuschungen für echt: Falsche Gestaltung von optischen Elementen kann Übelkeit auslösen / Aussender: pressetext.austri
- 50 Optische Täuschungen & Sehphänomene : Optical Illusions & Visual Phenomena : Homepage von Prof. Michael Bach; Leiter der leitet der Sektion ‚Funktionelle Sehforschung / Elektrophysiologie‘ der Universitäts-Augenklinik Freiburg. Spezialist auf dem Gebiet der optischen Täuschungen.
- Vilayanur S. Ramachandran, Diane Rogers-Ramachandran: Von Sinnen: Das Rätsel der rotierenden Schlangen. – Gehirn & Geist: Spektrum Verl., Oktober 2008
- Op Art, Verblüffende Sinnestäuschungen : Thomas Miesbach, München. – NeuroTransmitter: bvdn, 7/8.2007
- Was taste ich denn da? : Vera Spillner. – wissenschaft-online: Spektrum Verl., 21.07.2008
- Optische Täuschungen : Vom Sein zum Schein im Augenblick. Georg Rüschemeyer. – FAZ: 13. Januar 2011
- Sehen – Perfekt bis ins Detail. Joachim Müller-Jung. – FAZ, 14.05.2011
- Forscher klären optische Täuschung : Bestimmte Nervenzellen übertragen den Eindruck von Bewegung auf ruhende Objekte. – Hamburger abendblatt, 30.06.2011
- Wenn Hände falsch fühlen : Manche Tastillusionen entstehen durch die gleichen Hirnmechanismen wie geometrische optische Täuschungen. – in: Die Welt im Kopf : Spektrum Verl.: Spektrum der Wissenschaft, Dossier 4/2005
- SINNESTÄUSCHUNG : Techniken der Enttarnung : Nicht nur Menschen, auch Tiere fallen auf optische Täuschungen herein. – in: Intelligenzbestien : Spektrum Verl ., Gehirn & Geist, Dossier 2/2006
- Illusionen des Sehens : Eine Reise in die Welt der visuellen Wahrnehmung: Thomas Ditzinger. Spektrum Verl., 2006. – ISBN: 9783827416957
- Vilayanur S. Ramachandran, Diane Rogers-Ramachandran: Sehen ist Glaubenssache. – in: Spektrum d. Wissenschaft: Spektrum Verl. – Heft juli/2004
